Von San Gerardo de Dota aus führte unsere Reise immer mehr in Richtung Süden. Nach gut drei Stunden Fahrt befanden wir uns nicht nur über 2000m tiefer; das Thermometer zeigte statt anfänglich 10 Grad inzwischen satte 32 Grad Celsius. Damit war klar: wir waren definitiv in den Tropen angekommen. Ab der kleinen Ortschaft Sierpe erreichten wir per Boot die SCP Corcovado Wilderness Lodge, direkt am Rand des Nationalparks Corcovado gelegen. Schon die Anreise zur Lodge kommt einem kleinen Abenteuer gleich: Per Boot geht es vom ruhigen Fluss Térraba aufs offene Meer. Bei der Ankunft mit dem Boot hiess es dann «Aussteigen ohne Steg», was aber dank der zuvorkommenden Mitarbeitenden für alle Gäste reibungslos über die Bühne ging.
Die komfortable SCP Corcovado Wilderness Lodge liegt direkt über dem Pazifik umgeben von dichter Natur und einer vielfältigen Tierwelt. So waren wir voller Vorfreude darauf, nicht nur auf den Genuss der Annehmlichkeiten der Unterkunft, sondern auch auf unsere Entdeckungen rund um die Halbinsel Osa.
Während eines Schnorchelausfluges im Gebiet der Isla del Caño genossen wir die frische Brise auf dem Boot und die Unterwasserwelt, wobei mich besonders die majestätischen Meeresschildkröten begeisterten. Der zweite Höhepunkt war der Besuch des Nationalparks Corcovado. Aufgrund seines erstaunlichen Artenreichtums ist Corcovado eines der eindrücklichsten Dschungelgebiete Zentralamerikas. Der Park ist schwer zu erreichen und somit bestens geeignet als Zufluchtsort für Tiere.
Und es ist einfach so: Ein Aufenthalt auf der Halbinsel Osa wäre nicht vollkommen, würde der nicht mit kleinen und grossen Abenteuern gespickt sein. Unsere Unterkunft hatte eine besondere Überraschung parat: das sogenannte «Arbolreal-Erlebnis». Es war gut, dass wir vorher nicht genau wussten, was uns erwartete… Ich sag nur so viel: Den Aperitif genossen wir an diesem Abend aus luftiger Höhe – dafür mit einer unglaublichen Aussicht auf den Sonnenuntergang über dem Pazifik.
Nach vier eindrucksvollen Tagen auf der Halbinsel Osa waren wir froh, die grossartige Landschaft des Südens noch nicht verlassen zu müssen, und setzten unsere Reise an den in der Nähe gelegenen Golfo Dulce fort. Dachten wir bereits bei der vorherigen Unterkunft, dass wir mitten im Dschungel übernachten würden, so wurde dies hier tatsächlich nochmals übertroffen: Wir logierten in der romantischen Playa Nicuesa Lodge, die zurückversetzt vom ruhigen Golfo Dulce mitten im Dschungel liegt. Eine unerwartet abenteuerliche Flusswanderung (diese war so abenteuerlich, dass es nicht mal Bilder davon gibt…) und eine magische Bootstour, bei der Delfine verspielt um unser Boot kreisten, zählten zu den unvergesslichen Höhepunkten unseres Aufenthalts in der Playa Nicuesa Lodge.