Interview mit Didier Cuche

Die Schweizer Ski-Ikone stand uns Rede und Antwort im persönlichen Interview. Lese mehr über seine Faszination für die weisse Pracht und seine ersten Jahre im Schnee.

Travelhouse Snow: Als ehemaliger Profi des Schweizer Skisports liebst du den Schnee genauso wie wir. Was fasziniert dich bis heute am Skifahren?

Didier Cuche: Skifahren ist ein Sporterlebnis in einem ganz speziellen Umfeld. Man ist draussen in Natur, man hat die weiss verschneiten Berge um sich und eine wunderschöne Aussicht, man geniesst das Gefühl von Freiheit. Es ist für mich aber auch immer mehr damit verbunden den Tag in einer coolen Berghütte oder Restaurant ausklingen zu lassen und so auf den kulinarischen Genuss zu kommen.

In welchem Alter bist du das erste Mal auf den Skier gestanden?

Mit zweieinhalb bin ich erst etwas ums Haus herum «getapplet». Mit dreieinhalb bin ich das erste Mal am Skilift gewesen. Es war gerade vis-à-vis von meinem Elternhaus, über die Hauptstrasse und schon war ich «in meinem speziellen Kindergarten».

Übung macht den Meister! Bereits in seiner Kindheit verbrachte Didier viel Zeit auf der Piste.Übung macht den Meister! Bereits in seiner Kindheit verbrachte Didier viel Zeit auf der Piste.

Was war dein bestes Powder-Erlebnis?

Das erste Mal zu powdern ist immer ein beeindruckendes Erlebnis. Selbst für mich, obwohl ich schon einige Kilometer auf den Ski - allerdings mehrheitlich auf eisigen Pisten - hinter mir habe. Mein allererstes Abenteuer im Tiefschnee hatte ich in der Türkei - hohe Berge, jede Menge Schnee. Sonst bin ich eher in Kanada unterwegs. Da gibt es Bergwelten, soweit das Auge reicht, Skifahren ohne Ende. Die verrückteste Geschichte im Pulverschnee erlebte ich allerdings hier in der Schweiz, bei mir im Jura. Es war, glaub ich, im Jahr 2003. Es hatte tagelang geschneit. Auf der Nordseite des Chasserals - auf 1400 Meter Höhe - lagen zwei Meter Schnee. Ein Traum von Powder. Da konnte ich nicht widerstehen und genoss zwei Abfahrten im Tiefschnee von 1400 Meter runter auf 900 Meter. In der freien Natur, ohne Piste. Bilder oder Videos gibt es davon nicht. Aber selbst wenn ich den Fotobeweis hätte antreten können, wäre keiner auf die Idee gekommen, dass dies im Jura und nicht in Kanada ist. Ein unglaubliches Erlebnis, das ich leider mit niemandem teilen konnte. Denn schöne Momente sind noch schöner, wenn man sie gemeinsam erleben kann.

Du wirst zum zweiten Mal Vater und hast ein Bild mit Skischuhen veröffentlicht. Gibt es schon Pläne, wann das Kind das erste Mal mit auf die Piste darf bzw. in welchem Alter?

Mein erstes Kind, Noé, konnte jetzt mit zweieinhalb Jahren seine ersten „Kurvli“ im Schnee fahren. Natürlich mit Hilfe vom Papa neben dran am Stock. Beim zweiten Kind schauen wir, wenn es so weit ist. Es gibt kein Drang schnell auf die Skier zu gehen. Je nachdem wie unser zweites Kind auf Schnee reagiert und ob es Freude daran hat.

Als Spitzensportler bist Du bereits viel rumgekommen. Gibt es noch eine Destination, die du schon immer mit dem Heli – für eine Heliskiing-Tour bereisen wolltest? Welche ist das?

Es gibt viele Destinationen, die geeignet sind für das Tiefschneefahren. Japan zum Beispiel bietet optimale Bedingungen. Ich erinnere mich gut daran, dass es während den Olympischen Spielen 1998 in Nagano (Gewinn Silbermedaille im Super G) jeden Tag 20 bis 40 cm Neuschnee gegeben hat. Hätte ich damals die breiten Skier dabei gehabt, wäre ich sicher jeden Tag im Tiefschnee gefahren.

Im März 2019 wirst du unsere OnTour-Gruppenreise begleiten. Worauf freust du dich bei der Reise am meisten?

Ich freue mich sehr auf die nächste Reise nach Kanada mit Travelhouse Snow. Heliskiing ist immer ein ganz besonderes Erlebnis. Ende März / Anfangs April hat man oft noch sehr gute Schneeverhältnisse. Am meisten freue ich mich darauf den freien Hang runter zu fahren und dieses Erlebnis mit begeisterten Skifahrern zu teilen. Auch die Abende in der Lodge zusammen in der Gruppe sind immer sehr gemütlich.

Die Skischuhe für sein zweites Kind stehen schon bereit / Didier beim PowdernDie Skischuhe für sein zweites Kind stehen schon bereit / Didier beim Powdern

Steckbrief Didier Cuche:

  • Sternzeichen: Löwe
  • Erlernter Beruf: Metzger
  • Ehrung: Schweizer des Jahres 2011
  • Ehrung: Schweizer Sportler des Jahres 2009 und 2011
  • Erstmaliger Didier Cuche Ski-Flip: 2002 in Adelboden
  • Hobbies: Musik, Kino, Golf und Motorradfahren
  • Golf Handicap: 8.9
  • Traum-Flight beim Golfen: Golfer Rory McIllroy, Tennisspieler Roger Federer und Musiker Robbie Williams

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