Eine Reise nach Grönland

Eine Reise ins Land der mächtigen Eisberge und unendlichen Weiten.

Ein Reisebericht von Nicki Antognini:

Grönland ist komplett anders, als ich es mir jemals vorgestellt habe – nicht, dass ich sehr viel Zeit damit verbracht hätte mir Gedanken über den kalten Norden zu machen, aber nichtsdestotrotz. Das Land präsentierte sich mir so wunderschön, mit spektakulären Überraschungen, schöner als in manchen Träumen.

Falls Du ein Liebhaber von surreal scheinenden Landschaften und einzigartigen Abenteuern bist, dann ist diese Geschichte für Dich. Also bleib dran und lese mehr von unserer Expedition über dem Polarkreis.

Eine sich ständig verändernde Landschaft, in der sich Eis, Erde und Wasser zu einem spektakulären Bild vereinen.  ©Nicki AntogniniEine sich ständig verändernde Landschaft, in der sich Eis, Erde und Wasser zu einem spektakulären Bild vereinen. ©Nicki Antognini

Die Anreise

Bereits die Anreise nach Grönland ist ein Erlebnis für sich. Die grösste Insel der Welt wird nämlich nur von Island und Dänemark aus angeflogen. So nahmen meine Freunde und ich am Sonntagabend den Flug nach Kopenhagen, um nach einer Übernachtung im Flughafenhotel, am nächsten Tag weiter Richtung Norden zu fliegen. Der Flug war angenehm und dauerte nur knapp vier Stunden. Als ich dann endlich das erste Mal Land sah, war ich doch ziemlich überrascht, wie wenig Grün es war. Den Namen "Grönland" erhielt das Land ursprünglich von Erik dem Roten, einem isländischen Wikinger und Mörder, der auf die Insel ins Exil verbannt wurde. In der Hoffnung, dass der Name Siedler anziehen würde, nannte er es "Grünland". Das hat man also davon, wenn man einen Killer-Diktator, den Reiseberater spielen lässt.

Wie auch immer, da wir weder Killer noch Diktatoren sind, flogen mein Team und ich auf die Insel um diese zu entdecken und die einzigartige Erfahrung danach mit unseren Kollegen und Kunden zu teilen.

Der zweite Flug mit einer Propellermaschine brachte uns in die kleine und doch zweitgrösste Stadt der Insel (ja, Grönland gilt als Insel, egal wie gross sie auf Google Maps erscheint). Ilulissat hat mit seinen farbigen Häusern, welche auf massiven Felsen gebaut sind, eine sehr einladende Atmosphäre. Die Kleinstadt liegt neben dem riesigen, bekannten Gletscher Jakobshavn, welcher dort immer wieder ins Meer bricht. Dank der Mutter der Eisberge präsentierte sich uns der Fjord jeden Morgen mit einer neuen, spektakulären Landschaft. Ich spreche vom Morgen, jedoch scheint zu dieser Jahreszeit die Sonne die ganze Nacht, was es zu einer Herausforderung macht, Müdigkeit zu verspüren, welche uns normalerweise zum Schlafen zwingen würde. So vermischen sich Tag und Nacht ineinander und lassen sich nur noch schwer unterscheiden.

Himmel auf Erden! ©Nicki AntogniniHimmel auf Erden! ©Nicki Antognini

Heliskiing über dem Polarkreis

Unser erster Heli-Flug in die Berge war ein voller Erfolg. Unser Pilot hat viele geeignete Landeplätze gefunden, um uns mitten im grenzenlosen weissen Paradies alleine zu lassen. Wir fuhren mit unseren Skis und Snowboards mutterseelenallein, zwischen Felsen und Eis, mit einer atemberaubenden Aussicht über den Ozean. An diesem Tag versuchten wir möglichst unterschiedliches Gelände zu erkunden, um uns zu vergewissern, dass für jede Könnerstufe auch das passende Terrain vorhanden ist.

Am zweiten Tag fanden wir auf der massiven "Disko Island" Abfahrten, mit Aussichten wie wir sie alle noch nie zuvor gesehen haben. Wir flogen über Gletscher und Fjorde zu einem kleinen Dorf der Insel. Dort erfreute ich mich am schwarzen Sandstrand, der von verlorenen Eisbergstücken bedeckt war. Wir alberten für eine Weile auf den eisigen Felsen rum, bevor wir schlussendlich zurück nach Ilulissat flogen.

Die Disko Insel und die Travelhouse Snow Crew. ©Nicki AntogniniDie Disko Insel und die Travelhouse Snow Crew. ©Nicki Antognini

Weitere Aktivitäten

Unser letzter Tag begann mit einer Bootsfahrt. Stell Dir vor, wie Du neben einem riesigen, treibenden Stück Eis vorbeifährst, die perfekten und glatten Formen betrachtest, die kalte Brise spürst und die Vögel beobachtest, die wie erfahrene Piloten um die scharfen Kanten gleiten. Das sind unbezahlbare Momente voller Glückseligkeit und Zufriedenheit.

Eine weitere grossartige kulturelle Erfahrung die wir erleben durften, ist der "Heneuitentanz" der Liebe und Fruchtbarkeit. Für manche mag der Tanz eine beängstigende und unangenehme Erfahrung sein, aber für andere ist es ein witziger, emotionaler Tanz, bei dem die Interaktion zwischen Publikum und Tänzer der Schlüssel ist. Falls Du Berührungsängste hast, musst Du Dir keine Sorgen machen. Denn die dortigen Schlittenhunde können es kaum erwarten, mit Dir Gassi zu gehen. Hundeschlittenfahrten sind speziell in den Wintermonaten sehr beliebt um Eisfischen zu gehen. Aber sei Dir bewusst, dass dies wilde Arbeitstiere sind und falls Du versuchst, ihnen Deine Liebe zu Hunden auszudrücken, Du möglicherweise nur mit einer Hand die Insel verlassen wirst.

Wild und doch gefangen. ©Nicki AntogniniWild und doch gefangen. ©Nicki Antognini

Wieso wir bestimmt zurückkehren werden

Alles in allem war es ein unvergessliches Erlebnis. Ich bin immer noch fasziniert von dem ruhigen Gefühl, das sich in dieser aussergewöhnlichen und kraftvollen Natur widerspiegelt. Unser Hotel war sehr gastfreundlich und komfortabel. Es gab zu jeder Mahlzeit einige lokale Gerichte, kombiniert mit einer hervorragenden Küche. Und das Helikopterabenteuer war so lässig wie aufregend.

Die farbigen Häuser als Gegensatz zur kahlen Natur. ©Nicki AntogniniDie farbigen Häuser als Gegensatz zur kahlen Natur. ©Nicki Antognini

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